Obstbaumschnitt am Wenzelflecken

Kalter Wind, feuchte Luft und wolkenverhangener Himmel, so präsentierte sich der Samstag den Mitgliedern der Vogel- und Naturschutzgruppe, die sich aufmachten, die Obstbäume auf der Streuobstwiese am Wenzelflecken mit einem Erziehungsschnitt in Form zu bringen.

 

Warum müssen eigentlich diese Bäume in Form gebracht werden ? In der Natur schneidet ja auch niemand die Bäume und sie wachsen sehr gleichmäßig zu einem wohlgeformten Baum. Doch durch die Kultivierung von „Lebewesen“, d.h. dem gezielten Fördern von Fähigkeiten, die wir  Menschen als vorteilhaft ansehen, verlieren diese „Lebewesen“ aber z.T. natürliche Fähigkeiten. Und eine dieser Fähigkeit bei kultivierten Bäumen, das sind v.a. unsere Obstbäume, ist die Fähigkeit, so zu wachsen, wie es für sie am optimalsten ist. Durch den Verlust dieser Kenntnis würden diese Bäume, wenn sie nicht durch Baumschnitt von uns Menschen gepflegt werden, ziemlich wild und ungünstig vor sich wachsen, die Äste würden sich gegenseitig beim Wachsen behindern. Damit würde der Baum mit der Zeit an natürlicher Form verlieren und der Ernteertrag würde sinken. Siehe hierzu auch diese Seite.

 

Da die Bäume auf der Streuobstwiese noch relativ jung sind, konnte der Einsatz von hohen Leitern oft unterbleiben, sodass relativ schnell eine Vielzahl von Bäumen gepflegt werden konnten. Nur bei 4-5 größeren Bäumen mussten die grossen Leitern aufgestellt werden, um auch in der Krone Äste schneiden zu können. Da das Wetter trocken blieb, war die Stimmung der Vogelschützer gut und innerhalb von weniger als 3 Stunden war die Arbeit getan. Die abgeschnittenen Äste wurden gesammelt und abseits zu einem Totholzhaufen aufgeschichtet. Dieser bietet Lebensraum und Schutz für Vögel und kleineren Säugetieren, denn in der Natur ist nichts umsonst.