Besuch der Vogelschutzwarte und des Lohrberg in Frankfurt/Main

Am Samstag, den 16. Juni 2012 besuchten Mitglieder der Vogelschutzgruppe die Vogelschutzwarte in Frankfurt/Main.

Herr Hormann begrüßte uns um 09.00 Uhr an der im Jahr 2011 renovierten Vogelschutzwarte und gab uns Einblicke in die Aufgaben und die tägliche Arbeit der Vogelschützer.



Die Vogelschutzwarte selbst ist eine staatliche Einrichtung und u.a. für die ornithologische Beratung von staatlichen Stellen in den drei Bundesländern Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland zuständig. Während früher die Hauptaufgaben im sektoralen Vogel- und Naturschutz zu finden waren, wie z.B. Programme für das Verteilen und Anbringen von Nistkästen und die Abwehr von Schädlingen, sind es heute die Begleitung bei der Umsetzung der FFH-Richtlinien bzw. Natura 2000, Standortanalysen und –Empfehlungen bei der Errichtung von Windparks sowie artenspezifische Schutzmaßnahmen für z.B. den Schwarzstorch und Rotmilan.

Auch die Öffentlichkeitsarbeit z.B. durch Vorträge und Publikationen sowie die Umweltbildung durch Schulungsangebote für Kinder bzw. Schulen sind ein wichtiger Bestandteil der Aufgabe der Mitarbeiter der Vogelschutzwarte.

Herr Hormann führte uns durch die äußere Anlage, danach durften wir auch das Gebäude selbst besichtigen. Prunkstück ist eine Präparatesammlung von ca. 1.000 Exemplaren.

Gegen 10.30 Uhr verabschiedete uns Herr Hormann, der an einer Fachtagung in der Vogelschutzwarte teilnehmen musste.





Anschließend fuhren wir weiter zum Mainaeppelhaus am Lohrberg. Der Leiter der Anlage, Herr Liebelt, begrüßte uns gegen 11.00 Uhr und begann seine Führung mit einem Rückblick zur Entstehung der Anlage. 

Diese wurde nach dem 2. Weltkrieg durch die Stadt Frankfurt ins Leben gerufen, um den Selbsterzeugeranbau zu fördern und damit die Lebensmittelversorgung der Bürger zu verbessern. Auf dem ca. 2 ha großen Gelände im Norden Frankfurts wurden damals v.a. Obstpflanzen angebaut (Äpfel, Birnen, Kirschen). Heute zählen die Hobby- bzw. Freizeitgärtner und zunehmend die Versorger von Bio-/ökologischen Obst- und Gemüseanbau zu den Hauptkunden des Betriebes, denn seit 2009 ist die Anlage ein zertifizierter Ökobetrieb. Die Ratsuchenden erhalten hier Tipps und Informationen rund um das Thema Obstanbau und -Pflege. Umweltbildungsveranstaltungen werden natürlich auch angeboten, gerade bei der Arbeit mit Kindern sucht das Team vom Lohrberg die Unterstützung von mehren Umweltpädagogen.

Die Anlage platzte bald aus allen Nähten, sodaß auf Außenflächen ausgewichen wurde, wo heute auf einer Fläche von ca. 15 ha weitere Streuobstwiesen angelegt bzw. gepflegt werden konnten. Insgesamt werden ca. 80 versch. Apfelsorten von Rubinette, Piros, Pilova bis Holsteiner Cox gepflanzt. Auf dem Gelände der "alten" Anlage selbst gibt es nur noch 6 alte hochstämmige Kirschbäume, neu gepflanzt werden aus Platzgründen nur noch kleinwüchsige Pflanzen.

Die Verantwortlichen der Anlage haben die Bepflanzung der Anlage aufgelockert durch das Anlegen von einem Teich sowie mehreren Schaubeeten, die von Paten bzw. Ehrenamtlichen nach bestimmten Kriterien bzw. Motto bepflanzt und gepflegt werden. Natürlich werden auf der Anlage auch Bienen gehalten und ein schönes Insektenhotel gibt es auch zu bewundern.

Nach dem sehr informativen Rundgang, bei dem wir viel Wissenswertes erfahren konnten, haben wir uns anschließend im kleinen Bistro mit Essen und Trinken versorgt und uns für die Heimreise gestärkt.