Elsbeere - Baum des Jahres 2011

Am 30. April 2011 haben sich an einem wunderschönen Frühlingsmorgen viele Naturfreunde am Ortseingang Naunstadt getroffen, um den diesjährigen Baum des Jahres, die Elsbeere (lat. Sorbus torminalis), einzuweihen.
Er ist der 24. Baum, der den "Pfad der Jahresbäume" schmückt.
Dieser Baum ist unserem langjährigen Vorstandsmitglied, Dr. Wilfried Felber, gewidmet, der im April dieses Jahres unerwartet und viel zu früh verstorben ist.
Die Elsbeere, eine Laubbaumart aus der Gattung der Mehlbeeren, gehört zur Familie der Rosengewächse. Sie ist eine sogenannte Halblichtbaumart und gehört wie auch der Speierling zum mittel- bis südeuropäischen Florenraum.
Sie ist auch unter den Namen Ruhrbirne, Atlasbaum /-beere, Elsbeere oder Els-Vogelbeere und Wilder Sperberbaum bekannt.
Der Elsbeerbaum ist ein sommergrüner, 15 bis 25 m, im Wald auch über 30 m hoher Baum, dessen Rinde bzw. Borke bei älteren Exemplaren häufig aschgrau und kleinschuppig ist. Sie lässt sich leicht mit einer Eichenrinde verwechseln.
Die Blätter sind etwa 2 bis 7 cm lang, der Umriss ist breit bis eiförmig. Der Rand ist spitz gelappt und leicht gesägt, die Anzahl der Lappen beträgt drei bis fünf.
Die Blüten sind weiß und bilden aufrechte, lockere Doldenrispen.
Die Herbstfärbung ist wunderschön goldgelb bis leicht rötlich. Ihre Früchte sind verkehrt eiförmig bis rundlich, erst olivgrün, später dann braun mit hellen Punkten und ca. 1,5 cm groß. Sie sind essbar, jedoch adstringierend (zusammenziehend). Erst wenn Sie überreif oder gekocht sind, ist das Tannin abgebaut.
Besonders im Elsass wird aus den Früchten ein im Geschmack dem Schlehenschnaps ähnlicher Schnaps - der Alisier - hergestellt, in Österreich bekannt unter Adlitzbeerenschnaps. Allerdings ist die Ausbeute gering, für 2 Liter Schnaps benötigt man ca. 100 Liter Maische.
Die Elsbeere wird bis etwa 100 Jahre alt, kann - in seltenen Fällen - aber auch älter werden.
Für unseren Standort interessant ist die Tatsache, dass Solitärbäume in Deutschland - außerhalb des Waldes sehr selten sind. Diese Exemplare werden mitunter einzeln benannt.
Das Holz der Elsbeere ist eines der härtesten europäischen Hölzer. Es arbeitet und wirft sich beim Trocknen sehr, ist zäh und gleichzeitig elastisch. Unter der Bezeichnung "Schweizer Birnbaum" wegen der Ähnlichkeit zur Birne und anderen Sorbus-Arten (Speierling, Mehlbeere, Vogelbeere) wurde das Holz für u. a. für die Herstellung hochwertiger hölzerner Rechenschieber verwendet
(z. B. von Faber-Castell, Aristo, Albert Nestler Zeichentechnik).
Ebenfalls bedanken möchte sich die Naturschutzgruppe bei Familie Wilkens, sowie Diana Urban und Reinhold Schütz, auf deren Fläche unser Baum des Jahres 2011 nun gedeihen darf.

Blüte
Schild mit Baumbeschreibung